7 Wochen Action und Abenteuer auf den Strassen des Balkans und Anatoliens im Jahr 2000!

Unglaubliche Landschaften, wahnsinnige Temperaturen bis 50°C im Schatten! 10.000 km bis ins „Wilde Kurdistan“ und zurück. Wovon Karl May nur träumte, ließen wir wahr werden. Hier sind ein paar Eindrücke aus dem Jahr 2000. Wickedtravel – Die besten Jahre, die uns prägten. Was uns nicht umbrachte…….

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Berlin – Budapest 

Der Weg bis Budapest, war eher unspektakulär und die 13 h im Regen zerrten an unseren Nerven. Pünktlich zur Ankunft in Ungarn, hörte der Regen auf. Dies sollte der letzte Regen für die nächsten 5 Wochen sein. Wir blieben 4 Tage in Budapest beim „Sziget Festival“ bevor es weiter ging, Richtung Rumänien.

Rumänien

Im Jahr 2000 brauchte man hier noch ein Visa, heute reicht der Personalausweis. Rumänien, MEZ +1h, das ist nicht der einzige Unterschied. Hier hat man das Gefühl, schon nicht mehr in Europa zu sein.

timisoara

Wir trafen lustige Typen, einen Briten der von Amsterdam nach Istanbul läuft, jeden Tag 40 km. Als wir um 10 Uhr losfuhren, vom Zeltplatz, war der schon 20km gelaufen. Genau wie der Salzburger, mit dem Fahrrad nach Tel Aviv. Wir dachten wir machen ne krasse Reise. Aber dann kam ja noch Bulgarien.

Bulgarien

Wir setzten mit einer Fähre über die Donau und kamen in Gebiete die aussahen wie nach einem Atomkrieg. Verlassen ist der falsche Ausdruck dafür! Wir haben noch nie Dörfer ohne ein einziges Licht gesehen, wo Kinder fange mit einer Taschenlampe spielen. Jetzt fühlten wir „ The Spirit of the Balkan“.

Die nächsten 600 Km ging es immer, mehr oder weniger, parallel zur Donau, bis hin nach Varna/Schwarzes Meer. Auf dem Weg dahin hat sich unser Gefühl für den Ostblock immer mehr gefestigt und Vorurteile, wie korrupte Polizisten, bettelnde Zigeunerkinder und Zigeuner Strassenprostituierte an Tankstellen immer mehr bestätigt. Nach 2 Tagen sind wir dann auch an der bulgarischen Schwarzmeerküste angekommen.

schwarzes meer

Ein Unterschied wie in 1000 Jahren Zivilisation. Hier fühlten wir uns auf einmal arm! Wir blieben in Nessebar/Sonnenstrand.Dies ist der Abschnitt der bulgarischen Schwarzmeerküste, wo hauptsächlich Einheimische und russische Dollar – Touristen aus Novosibirsk und Omsk ihre Ferien verbringen. Hier fühlten wir uns wohl!!!  Weiter ging´s dann, nach 2 Tagen Beach, in Richtung Türkei.

Türkei

Die Einreiseprozeduren mit Fahrzeugen in die Türkei, nahmen 2 h in Anspruch. Wir mussten sogar zum Arzt, einen Stempel kaufen, warum auch immer.

Türkei: Istanbul – Eskisehir – Afyon – Antalya – Avsallar – Konya – Sultan Ani – Ihlara Valley ( Ihlara Vadisi) – Cappadocia / Göreme – Üchisar – Ortahisar – Kayseri – Malatya – Erzincan – Üniye – Samsun – Sinop – Amasya  – Istanbul – Marmara Meer / Marmara Deniz – Edirne

Der nächste Tag führte uns nach Istanbul, die Hölle am Bosporus. Wir sind nun hier schon zum 6. Mal, und immer wenn wir hier sind stresst uns diese 12 oder 20 Millionenstadt (so richtig wissen die das auch nicht) immer mehr. 40 °C in Istanbul ist nebenbei gesagt, die Hölle. Hinzu kommen die ganzen Strassenhändler, die glaube ich nur in Istanbul und Kayseri so wahnsinnig stressen, dass man die ganze Zeit das Gefühl hat, überall beschissen zu werden.

Wir verliessen das Moloch Richtung Osten, um uns nach Antalya am Mittelmeer aufzumachen. Beim durchqueren der anatolischen Hochebene traten die ersten technischen Probleme an der Z550 auf. Aufgrund unseres technischen Verständnisses und der ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung der FHTW – Berlin ist es uns gelungen, dieses Problem auch nach einigen Stunden zu beheben.

Nach 2 Tagen sind wir dann in Antalya angekommen. 47 °C sollen es sein. Wahrscheinlich sind´s 55 °C (im Schatten). Das türkische Wetteramt, veröffentlich im Sommer wohl immer eine andere Temperaturtabelle, damit die Touristen kommen. Denn wer fährt denn schon freiwillig bei mehr als 50°C in die Türkei?!

Wir nutzten an der türkischen Mittelmeerküste auch einmal die Möglichkeit einen Ölwechsel durchzuführen, auf türkische Art! Grosse Diskussionen gab es dann, beim Kauf des Öls. Man muss ja erstmal, mit seinen türkischen Sprachkenntnissen, den Tankwart davon überzeugen, dass unsere Motorräder 4 – Takter sind. Das war gar nicht so einfach. Iki Zamanli vs. Dört Zamanli ( 2- Takter vs- 4 – Takter )

Nach 3 schwitzig heissen Tagen, setzten wir unseren Weg fort, Richtung Kappadokien – Zentralanatolien. Dort sollte es deutlich kühler sein. Unterwegs trafen wir dann eine Gruppe Bayern Daddies mit dicken BMW´s die aus Islamabad / Pakistan kamen. (Coole Tour)

bikertreff

Am Abend fiel dann noch Mischas Licht an der Z550 aus. So hatten wir nur noch mein Licht auf der nicht allzu befahrenen Strasse. Am nächsten Tag (Sonntag), liessen wir mal das Problem von einem türkischen Elektrik-Profi lösen, bevor es weiter ging. Die Nacht verbrachten wir an einem Vulkansee in der Hochebene.

capapdocia

Nach 3 Tagen verliessen wir Kappadokien in Richtung Malatya in Kurdistan (Südostanatolien). Das Offroad Abenteuer begann. Hinter Kayseri(wo wir jetzt auch schon 4 mal waren) hört die moderne Türkei auf und das „Osmanische Reich“ beginnt. Dieses Gefühl hat man jedenfalls, wenn man hier lang fährt. Frauen sieht „Mann“ eher selten, dafür mehr Männer. Islam ist allgegenwärtig.

Nun war der Plan, von Malatya nach Üniye, an der türkischen Schwarzmeerküste, zu gelangen. Der Weg dahin, war irre lang und führte über alle Arten von Verkehrswegen. Von 4 spurigen Highways bis hin zu wanderwegartigen Pfaden, gemacht für KTM LC 4. Unterwegs wurden wir alle 50 km von der JANDARMA angehalten. Das ist hier so wie die Dorfpolizei, aber bewaffnet wie eine Armee, wegen der PKK.

malatya

Diese haben uns gleich mal zum Tee eingeladen und unsere Maschinen wurden vom Schützenpanzer auf der Strasse bewacht. Der General, bei dem wir Tee tranken, erzählte uns was vom 1.Mai in Berlin – Kreuzberg. Dort werden Türken verprügelt, auf den Demos, von der Polizei. In der Türkei wird man dagegen von der Polizei bewirtet, darauf war er sehr stolz. Wir fanden das auch toll. Mal wieder was gespart! Sehr angenehm.

erzincan

Der Weg bis nach Üniye, war nach 5 Wochen mal wieder sehr nass. Wie ungewohnt, wir hatten doch vor 7 Tagen noch 50 °C, jetzt 10 °C. Aber als BalkanBiker muss man da durch. Üniye war nicht mehr weit. Wir trafen hier mal wieder 2 total abgedrehte „Biker“(Fahrrad). In einem lustigen sächsischen Dialekt, teilten sie uns mit, sie fahren nach Indien mit dem Fahrrad, na klar 🙂

Nichts für uns, nicht mit nem Fahrrad, aber trotzdem ´ne coole Idee. Jetzt ging es allmählich zurück nach Deutschland. Natürlich noch mit einigen Problemchen an der Z 550. Diesmal nicht die Elektrik sondern mal ein Platten. Aber wir sind ja in der Türkei, was kost´ die Welt. Einfach zum PNEUSERVIS und für 5 DM ist man dabei.

Rückreise

Den Weg zurück nach Deutschland rissen wir, ab Istanbul in 5 Tagen ab. In Rumänien kauften wir noch eine Menge Zigaretten für zu Hause und nahmen Sprit mit. Alles super illegal natürlich, aber in der Hoffnung es geht klar. Wir hatten natürlich mal wieder Glück und hatten einen ganz scharfen Hund an der Ungarischen Grenze. Wir durften alles auspacken. Der Grenzer suchte wie wild bei uns nach Drogen, Heroin na klar. Wir sind Heroinschmuggler, sehn wir nicht so aus? Der Verdacht erhärtete sich als er den Z550 Hinterreifen sah. Kürzlich abgezogen, da muss das ZEUG drin sein. AUSBAUEN !!! Mussten wir ein Glück nicht, nach 30 Min hat er dann wohl eingesehen, dass das kein Sinn macht mit uns und wir konnten gehen. Na super, wieder alles einpacken! Weiter gings nach Berlin in einem Affen Zahn.

Das war´s erstmal, aber nicht die letzte Tour!!

Wir möchten hierfür auch für Unterstützung Danken:

– Die Motormänner aus Weissensee ( Die Spezialisten für alle japanischen Motorräder )

– Guido ( für die Fernwartung per SMS beim Z550 Elektroplan)

Wenn Ihr eine Reise mit dem Motorrad unternehmen möchtet, in Richtung Ostblock oder die Türkei, seit Ihr bei Wickedtravel genau richtig. Wir sind die Strecke bis Bulgarien noch öfters in den Jahren danach gefahren! Die Türkei ist dabei auch wie unser zu Hause geworden —— Adventuretoursturkey.com

Zusatzinfo: Im Jahr 2000 gabs schon Handy, aber kaum Empfang! Eine Minute aus Bulgarien Telefonieren hat 8 DM gekostet! Internet steckte noch in den Kinderschuhen und Mobiles Internet wäre damals wie aus dem 24 Jhd. gewesen. Somit haben SMS geschickt um herauszufinden ob man das blaue oder rote Kabel am Kabelstrang verbinden muss!

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